Star Wars – Der Aufstieg Skywalkers

Episode IX bringt die Disney Sequel Trilogie zu einem erfüllenden Ende, mit der Kraft des Holzhammers und einen Gastauftritt jedes lebenden und toten Charakters der Originalfilme mit auch nur einem Hauch Relevanz…außer Darth Vader der nur in Helmform vorkommt.

Nun sind wir am Ende angekommen, die Besucherzahlen sinken, der Hype ist abgeebbt und wir können uns ansehen, was von dieser Trilogie übrigbleibt. Wenn man das überhaupt Trilogie nennen will, so voneinander abgesetzt wie diese Filme daherkamen.

Die gesamte Trilogie war reinste Überkompensation. Episode VII benutzt viel von der Originaltrilogie für den Soft-Reboot, nicht zuletzt um die Prequels vergessen zu machen. Rian Johnsen orientiert sich ebenfalls an dem zweiten Film der Originaltrilogie, allerdings immer sein Mantra aufsagend, nur nicht die Erwartungen erfüllen, und in seiner Sucht zu überraschen, verstimmt er nicht nur etliche Fans, er zerstört auch all das Setup, dass der siebte Teil so mühsam aufgebaut hat. Diesen achten Teil wiederum, räumt der neunte Teil mit so viel Tempo wie möglich ab um wieder in gewohnte Fahrwasser zu kommen, und teilweise wirken einige der Szenen wie der erhobene Mittelfinger in Richtung von Teil acht.

Teil acht hinterließ nicht viel zum Weiterarbeiten, die Rebellion ist quasi zerstört, das Mysterium um Reys Eltern wurde als irrelevant abgeräumt, und ausgebildet wird Rey wohl auch nicht mehr ordentlich, nicht das sie es bisher brauchte, den Luke ist fort. Außerdem ist Neuimperator Snoke bereits tot.

Das Ganze geht der Film entsprechend pragmatisch an, Snoke ist tot, wir brauchen einen Bösewicht für Teil neun. Wir haben Kylo Ren, aber der ist ungeeignet, eher zwiegespalten als böse. Einen neuen Sith Lord jetzt einführen wird nichts, also bringen wir Palpatine zurück, der ist immer beliebt. Wie der Episode VI genau überlebt hat ist unklar, war das ein Klon, oder kehrt seine dunkle Energie immer wieder zurück zu diesem Planten den man ohne kleine Pyramide nicht findet? Spielt wohl auch keine Rolle, schieben wir es auf die Macht, die ist undefiniert genug um ihr alles zuzuschieben.

Dann lassen wir Rey’s Eltern doch wieder relevant werden, vielleicht ist sie doch eine Skywalker, nein zu offensichtlich, sie ist jetzt eine Palpatine, ja genau, und ihre Eltern sind egal, weil sie ist die Enkelin, also ist der Großvater relevant, nimm das Rian.

Die Ausbildung von Rey kann Leia ein wenig machen. Rey ist ohnehin eine der schlimmsten Beispiele für MarySue seit der namensgebenden FanFic. Wo Luke drei Filme brauchte um dieses Machtgedöns halbwegs im Griff zu haben, mit abschauen bei Obi und Ausbildung von Yoda, da ist Rey schon ab Episode VII in der Lage sich im Lichtschwertkampf mit ausgebildeten Sith zu messen, der lustige Jedi Gedankenkontrolle Trick geht auch vom Start weg ohne seine Anwendung je gesehen zu haben und diese beiden Dinge sind nur die Spitze des Eisbergs, wer hat sich das bloß so ausgedacht.

Jungs, ich glaub ich hab mir gerade in die Hose gemacht. Der stressige Drehalltag verlangt den Schauspielern alles ab

Wir reparieren also die schlimmsten Probleme aus Episode VIII, und wenn wir die Handlung so schnell laufen lassen, dass die Zuschauer nicht zum Nachdenken kommen, dann funktioniert diese ausgeflippte Story in der eine Gruppe aus schwach ausgeleuchteten Charakteren durchs Universum springt, um ein Ding zu suchen damit sie ein anderes Ding finden können um damit zu einem Dings zu kommen.

Während wir durch die „Handlung“ hecheln und so wenig Zeit für Charakterhandlungsbögen verschwenden wie möglich, schmeißen wir noch einige sinnfreie Nebencharaktere auf die Leinwand, und ein paar Reittiere um die Natur gegen Maschinen Thematik aus Episode VI einwerfen zu können, Ewoks sind ja gerade nicht da. Dann kommen wir noch zum endgültigen Kampf gut gegen böse, eine innerfamiliäre Angelegenheit in diesem Fall, und fertig ist der Film.

Was soll ich auch ins Detail gehen bei einem Film der in Stakkato von Kulisse zu Kulisse springt, vom Burning Man Festival auf einem Wüstenplaneten, zu einer Schmugglersiedlung wo irgend ein Nebencharakter eine magische Münze abgibt mit der man dann zur nächsten Kulisse weitergeht um die Todessterninfiltration aus Episode IV im Schnelldurchlauf nachzuahmen, dann zum abgestürzten Todesstern wo ein weiterer sinnloser Nebencharakter die Ponys für später dabei hat, damit wir am Ende zum zweiten Mal in dieser Trilogie die Thronszene aus Rückkehr der Jediritter klauen können.

Der neue dunkle Lord der Sith ist…C3PO? Was? Ich meine…ich hab das schon immer gewusst, ja genau…

Was soll ich mich an mangelnder Logik abarbeiten, warum programmiert man einem Droiden eine Sprache ein die er dann nicht benutzten darf, verschwendet nur Speicherplatz. Warum braucht ein Sternenzerstörer zum Verlassen der Planetenatmosphäre eine Navigationshilfe, schau aus dem Fenster, dreh das Heck zum Planeten und gib Gas.

Die Originaltrilogie funktionierte, weil sich die Filme um die Handlungsbögen der drei Hauptakteure drehten, deren Geschichte ist die tragende Säule. Rey und Kylo sind in der neuen Trilogie die einzigen zumindest etwas entwickelten Figuren, und das reicht einfach nicht um auch nur ansatzweise auf das Star Wars Niveau zu kommen das die Fans im Hinterkopf haben.

Der Film gleicht seine Mängel aus mit viel Tempo, netten Actionszenen und einem erfüllenden Ende. Das Ganze lässt sich am besten zusammenfassen mit dem Wort solide und das ist auch das Maximum bei den Drehbuchautoren die Disney da ranlässt, da wird auch in Zukunft nicht mehr rauskommen.

Dieser Beitrag wurde unter Science Fiction veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.