Prometheus

Alien Prequel mit Sequel Option, damit man die Lücke von hier bis Alien noch gewinnbringend füllen kann. Könnte aber frühzeitig ins Wasser fallen, denn das Alien hat hier wohl eher Regie geführt als Handlungsinhalt zu sein. 

Das Alien Franchise ist bereits ein wenig älter, und gründet auf einen spannenden SciFi Film zu Anfang, und crashte mit einem grausamen vierten Film zum Abschluß. Reboot tut gut ist ja seit Batman und Spiderman so die Grundidee. Wie gut das bei Prequels funktioniert ist seit Star Wars ja auch bekannt, und damit bin ich schon mittendrin in diesem Film. Das ist zu früh, darum nochmal ein nostalgischer Rückblick.

Alien war clever, Horror und SciFi in einer frischen Verpackung, die Charaktere, auch wenn sie nur zum Sterben da waren, zeigten Persönlichkeit, man konnte mit Ihnen mitfiebern, man konnte ihr ableben bedauern oder herbeisehnen.

Herzlich Willkommen bei unserer Telekolleg Sendung Archäologie, heute zeigen wir Ihnen einige verstaubte Characterköpfe. Die Darstellung des Droiden war anders als es dieses Bild zeigt wenig hölzern, sondern einer der Lichtblicke des Films.

Das Konzept ist heute nicht mehr frisch, dafür die Technik besser. Das hilft wenig wenn Stereotypen ohne Profil durch die Handlung stapfen. Der gesunde Menschenverstand wird offenbar auch in den nächsten 80 Jahren verloren gehen, realistisch angesichts des Privatfernsehens von heute, oder man hat ausser ein paar Freaks von der Sonderschule wirklich niemanden mehr gefunden der sich ans andere Ende der Galaxis schießen läßt ohne zu wissen worum es eigentlich geht.

Die Welt die Ridley Scott hier kreiert ist imposant, weitläufig und der größte Pluspunkt des Films. Leider kann die Story hier nicht mithalten. Auf der Erde werden bei archäologischen Entdeckungen rund um den Globus immer wieder Hinweise auf die gleiche Planetenkonstellation gefunden. Die Wissenschaftler finden bei einer großen Firma genug Unterstützung um dieser als Einladung interpretierte Kritzelei nachzugehen und schon ist man 2 Jahre im Tiefschlaf unterwegs um die Schöpferaliens zu finden. Denn wer immer die Einladung verschickt hat, hat uns auch erschaffen und darüber doziert der Film nun auch erstmal ein wenig ausufernder.

Ihr solltet erstmal den anderen sehen…so eine Gruppenreise kann schon anstrengend sein. Ein Bild mit Symbolcharacter, ähnlich ausgelutscht wie diese Darstellerin kam auch der Film daher.

Glaubensfragen, Darwinismus, Schöpfungslehre, und das alles in einer Rahmenhandlung die vor Logiklöchern kaum überzeugen kann. So müssen die einzelnen Charaktere schon recht dumme Entscheidungen und Fehler machen um den nächsten Handlungspunkt zu erreichen, nicht das der Zuseher den gedanklich schon vor 10 Minuten erreicht hätte, vorhersehbar auch ohne Alienkenntnis, nur die ein oder andere Aktion wie die fröhliche Selbstaufopferung der Restcrew am Ende des Films kam etwas aus heiterem Himmel.

So gesehen wurde die Erwartungshaltung bei den meisten Charakteren nicht so ganz eingehalten. Größte Enttäuschung war Meredith Vickers, sie wurde als kalte Technokratin welche die Expedition leitet dargestellt. Der klassische Charakter der den sympathischen Protagonisten das Leben schwer macht ohne direkt Antagonist zu sein. Am Ende regulierte sich dieses schwer machen auf zwei eher logische Entscheidungen die höchstens in der Durchführung ein wenig diskutabel sind. Einen verseuchten nicht aufs Schiff lassen um den Rest der Truppe zu schützen, wiederlich. Damit man den Hauch Sadismus reinbringen kann, den der Charakter vor wie nachher nie wieder zeigt, nutzen wir dazu einen Flammenwerfer damits ordentlich wehtut. Man muss sich ohnehin fragen warum man aus diesem Charakter so ungenutzt durch die Handlung stolzieren läßt. Man hat ihr sogar eine verwandtschaftliches Verhältnis zum Firmenmogul der diese Expedition aus selbstsüchtigen Motiven finanziert und heimlich begleitet in den Lebenslauf integriert, doch auch dies verpufft wie alles andere.

Hier wäre mehr drin gewesen, und das man wegen der Action keine Zeit hatte kann dieser Film nicht ins Feld führen. Denn ein Actionstreifen ist Prometheus nicht, die pseudophilosophische Suche, wo kommen wir her, gibt es einen Gott, mag er Eiscreme, warum wurden wir erschaffen und wie weit geht unser Forscherdrang in dieser Beziehung. Der Film greift alle diese Fragen auf, läßt sie ein wenig im luftleeren Raum schweben und kommt hier nicht dazu sie in irgend eine Richtung zu entwickeln. Trotz der Paralle die sich aus dem Droiden ergäbe, den der Mensch nach seinem Ebenbild erschaffen hat, trotz Aliens die unsere DNA haben und uns nach Filmlehre erst erschaffen und dann zerstören wollten kratzt der Film hier nur an der Oberfläche, wohl auch um einer Fortsetzung nicht den Boden zu entziehen.

Was den Rest angeht, da wäre dann noch der Biologe der einer ausserirdischen Lebensform wie einen streunenden Hund behandelt, du bist ja ein süßes Alien, lass dich mal streicheln. Ein Geologe der sich nach Vermessung der Höhlen darin verläuft, eine Sicherheitscrew die das plötzliche Auftauchen des Raumanzug eines vermissten Crewmitgliedes vor dem Tor mit dem Entdeckergeist eines Dreijährigen aufnimmt, und nun gut, ich höre an der Stelle besser auf. allein bei der Erinnerung an diese Momente habe ich mein kleines Denkdingsie da oben glaub ich verletzt.

Spätestens wenn Noomi Rapace Charakter nach einer Selbstoperation mit getackerter Bauchwunde noch durch die Handlung rennt und klettert ist der B-Movie Status erreicht. Ohne Ridley Scott und den Alienhintergrund wäre das Ding nicht im Kino, sondern direkt auf DVD gelandet. Man darf gespannt sein wie viele Fortsetzungen er sich noch aus den Rippen leiert um die Lücke zwischen diesem Machwerk und Alien „handlungsseitig“ zu schließen. Dann aber ohne mich.

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